Ursprünge

Woher die Methodik kommt

Aus einer einzigen Tradition

Die Destillationsmethodik wurde ursprünglich für magnifica.family (öffnet in einem neuen Tab) entwickelt — ein Projekt, das die katholische Soziallehre aus Magnifica Humanitas destilliert. Diese Arbeit musste aus einem umfangreichen Textkorpus eine navigierbare Prinzipienstruktur herausziehen und dabei die Stimme der Quelle und ihre Nachvollziehbarkeit bewahren. Die vierstufige Pipeline (N=1 atomare Aussagen → N=2 Konvergenz innerhalb der Quelle → N=3 synthetisierte Prinzipien → quellenübergreifende Themen) ging aus dieser Arbeit an einer einzigen Tradition hervor.

Erweiterung auf zwölf

Distill.family erweitert diese Methodik auf zwölf Traditionen — Buddhismus, Islam, Hinduismus, Judentum, Christentum, Sikhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Jainismus, Bahá'í, Zoroastrismus und Shinto. Dieselbe vierstufige Pipeline wird je Tradition angewandt, dann kartiert eine fünfte Ebene (traditionsübergreifende Themen × Traditionen) Konvergenz und Divergenz.

Dies ist nicht magnifica.family in erweiterter Form. Der Standpunkt ist grundlegend verschieden. Magnifica.family ist ein doktrinärer Kompass einer einzigen Tradition; Distill.family ist ein traditionsübergreifender Kompass des eingestandenen Pluralismus. Die Methodik ist gemeinsam; der erkenntnistheoretische Rahmen nicht.

Operative Unabhängigkeit

Der Ursprung der Methodik in der katholischen Soziallehre wird transparent benannt und geht nicht in den Standpunkt von Distill.family über. Im Einzelnen:

  • Keine Tradition (auch das Christentum nicht) gilt als „ursprünglicher“ oder übergeordneter Rahmen
  • Die Konvergenzmatrix hat keine bevorzugte Spalte; die Lesereihenfolge ist alphabetisch
  • Christliche Terminologie sickert nicht in die Prinzipienaussagen anderer Traditionen ein
  • Die eigentümlichen Juwelen jeder Tradition (anatta, wu wei, ahimsa usw.) bleiben wörtlich erhalten, mit gleichem Gewicht
  • Zu den gehaltenen Spannungen gehören Positionen, in denen das Christentum selbst in der Minderheit ist

Das transparente Eingeständnis des Methodikursprungs ist selbst ein Merkmal. So zu tun, als hätte die Methodik keine Herkunft, wäre unehrlich; so zu tun, als bevorzuge die Herkunft eine Tradition, verriete den Standpunkt. Der Weg ist, den Ursprung zu benennen und dann sicherzustellen, dass die operative Erweiterung dem eingestandenen Pluralismus treu bleibt.

Was das Schwesterprojekt anders macht

Magnifica.family (öffnet in einem neuen Tab) ist ein Kompass einer einzigen Tradition — er stellt die katholische Soziallehre in ihren eigenen Begriffen dar und nimmt die Begründungen der Tradition als gegeben. Dort gibt es keine Rahmung durch „eingestandenen Pluralismus“, weil das Projekt seiner Anlage nach innerhalb einer Tradition bleibt.

Wer sich für die erste Anwendung der Methodik interessiert, findet in magnifica.family einen nützlichen Vergleichsfall: dieselbe Pipeline, ein anderer Standpunkt.